Das Doppelbändchenmikrofon, das Studiogeschichte schrieb
Kaum ein Mikrofon vereint einen derart charakteristischen Klang mit einer so ungewöhnlichen Konstruktion wie das beyerdynamic M 160. Das Doppelbändchenmikrofon aus Heilbronn kombiniert zwei leichte Bändchen mit einer Hypernierencharakteristik – eine Bauweise, die es zur Stillen Star der Rock- und Studiogeschichte machte. Seit 1957 wird das M 160 gebaut und gehört bis heute zum Programm von beyerdynamic. Damit ist es eines der langlebigsten Mikrofon-Designs überhaupt. In unserer neuen Titelgeschichte beleuchten wir die Konstruktion, ihre Klangeigenschaften und ihre Wirkung auf die Arbeitsweise berühmter Produzenten.
Steckbrief
- Hersteller: beyerdynamic
- Modell: M160
- Markteinführung: 1957
- Mikrofontyp: Dynamisches Doppelbändchenmikrofon
- Richtcharakteristik: Hyperniere
- Empfindlichkeit: 1,0 mV/Pa
- Eigenrauschen: –
- Grenzschalldruckpegel: 129 dB
- Ausgangsimpedanz: 200 Ω
- Gewicht: 156 g
- Klangcharakter: Warm, seidige und weiche Höhen, detailreiche Mitten, natürliches Impulsverhalten
- Gebrauchtpreis: ca. 500,– bis 750,– Euro; frühe Vintage-Versionen teils deutlich darüber
- Neupreis: ca. 800,– Euro
Zwei Bändchen, eine Hyperniere
Unser Artikel erklärt zunächst die Technik: Wie gelingt es, aus zwei hintereinander angeordneten Bändchen eine Richtcharakteristik zu erzeugen, ohne Phasenprobleme zu riskieren? Wir zeichnen das Funktionsprinzip nach und erklären, warum die geringe Masse der Bänder den schnellen Impulswechseln so standhält. Denn genau diese Kombination macht das M 160 bis heute besonders.
Eine kompakte Zeitleiste ordnet die wichtigsten Etappen: vom Beginn der Fertigung 1957 über die Session-Mythen der späten Sechziger bis zur unveränderten Produktion von heute. Kurze Schaubilder ergänzen die Sonderheiten – darunter die Positionierung im akustischen Gesamtbild und ihr Verhalten am Gitarrenamp.
Geheimwaffe für Gitarre und Drums
In der Praxis hat sich das M 160 immer wieder als Spezialwerkzeug bewährt: an Gitarrenverstärkern entwickelt es eine raue, dennoch klare Textur, die Toningenieure seit Jahrzehnten schätzen. Als Overhead-Paar über einem Drumkit liefert es Raum und Tiefe zugleich. Eddie Kramer setzte es bei Jimi Hendrix und Led Zeppelin ein, und zwei M 160 über John Bonhams Kit prägten den legendären Raumsound von „When The Levee Breaks“.
Vier Perspektiven auf eine Legende
Weiterhin versammeln wir vier eigene Sichtweisen: Michael Thumm (Bauer Studios) und Nick Mavridis (Audio Engineer und Autor) berichten aus der praktischen Anwendung. Abgerundet werden diese Erfahrungen mit zwei Zitaten von Eddie Kramer und Steve Albini, die erzählen, wofür sie das M 160 verwenden. Die Stimmen ergänzen sich so zu einem differenzierten Bild, das über Anekdoten hinausgeht.
Praxis-Mehrwert: Wann lohnt sich das M 160?
Zudem bewerten wir den aktuellen Status: Wie gefragt ist das Doppelbändchenmikrofon heute? Für welche Quellen ist es erste Wahl? Wer ein kleines oder mittelgroßes Studio betreibt, findet hier konkrete Handlungsempfehlungen – vom Preis-Leistungs-Verhältnis bis zur sinnvollen Ergänzung im Mikrofonschrank.
Das gesamte Special mit 20 legendären Studiomikrofonen findet ihr in der Ausgabe 3/26 des Sound&Recording-Magazins und im Podcast zur Ausgabe. Jetzt bestellen:

