Mit dem Umbau seines Studios Feinklang Mastering in Leipzig hat sich Johannes Frank bewusst auf ein Terrain begeben, das für viele Musikschaffende noch immer Neuland ist und den Einstig in Dolby Atmos gewagt. Im Gespräch beschreibt er detailliert, wie aus einer klassischen Stereo-Mastering-Umgebung Schritt für Schritt ein 7.1.4-Atmos-Setup auf Basis von ADAM Audio entstanden ist – und warum dieser Schritt für ihn weniger ein technisches Experiment als vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung seiner Arbeit darstellt.
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Einstieg in Dolby Atmos – die richtigen Studiomonitore
Ausgehend von seiner langjährigen Erfahrung als Mastering Engineer erläutert Johannes, weshalb ihn räumliche Musikformate schon früh fasziniert haben und warum Dolby Atmos für ihn eine natürliche Verbindung aus Technik, Dramaturgie und musikalischem Ausdruck darstellt. Ein zentraler Schwerpunkt des Interviews liegt auf der Lautsprecherwahl: Seit seinen Studienzeiten an der SAE arbeitet Johannes mit Monitoren von ADAM Audio. Die charakteristische Transparenz der Bändchenhochtöner, ihre kompromisslose Ehrlichkeit und die hohe Detailauflösung waren für ihn entscheidende Kriterien – insbesondere im Mastering, wo klangliche Ungenauigkeiten sofort hörbar werden müssen.

Johannes beschreibt ausführlich den Aufbau seines Systems aus S3V-Mains, A44H-Center, A4V-Surround- und Deckenlautsprechern sowie Sub12-Subwoofern und erklärt, warum die Kombination aus S- und A-Serie für ihn nicht nur eine Budgetentscheidung, sondern ein sinnvoller klanglicher Kompromiss ist. Ein weiterer Fokus liegt auf der Einmessung und Kalibrierung des Setups: Laufzeiten, Pegel und Energieverteilung im Raum müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit sich Objekte gleichmäßig durch den Raum bewegen lassen und das immersive Klangbild stabil bleibt. Dabei geht Johannes auch auf die Rolle von DSP-Systemen, manueller Justage und Monitoring-Strategien ein.
Dolby Atmos Workflow
Neben der technischen Umsetzung gewährt das Interview tiefe Einblicke in Johannes’ Workflow zwischen Mixing und Mastering. Sein Ansatz ist geprägt von einer übergeordneten Perspektive auf den Mix: Statt sich ausschließlich auf einzelne Objekte zu konzentrieren, denkt er in Summen, Strukturen und dramaturgischen Bögen. Große, verlinkte Templates in Pro Tools ermöglichen ihm, globale klangliche Entscheidungen zu treffen, ohne den Überblick im immersiven Raum zu verlieren. Dabei kommen überwiegend klassische Stereo-Plug-ins zum Einsatz – bewusst gewählt, um den Fokus auf musikalische Entscheidungen statt auf Effektinszenierung zu legen.
Binaurales Hören
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das binaurale Abhören. Da ein Großteil der Hörer Dolby Atmos über Kopfhörer erlebt, misst Johannes diesem Aspekt besondere Bedeutung bei. Referenzkopfhörer sind für ihn ein zentrales Werkzeug, um sicherzustellen, dass ein Atmos-Mix auch außerhalb eines Lautsprecher-Setups überzeugt. Abschließend spricht Johannes offen über die wirtschaftlichen und kreativen Perspektiven von Dolby Atmos Music, über aktuelle Marktbedingungen und darüber, warum er überzeugt ist, dass immersives Arbeiten nicht nur neue Räume eröffnet, sondern auch seine Arbeit im klassischen Stereo nachhaltig bereichert hat.
Das Gespräch zeichnet das Bild eines Engineers, der Dolby Atmos nicht als kurzfristigen Trend begreift, sondern als ernstzunehmendes Werkzeug für musikalisches Erzählen – mit Raum, Tiefe und einer neuen Form des Hörens.
www.feinklang-mastering.de



