Viele Mixe klingen im Studio stark – verlieren aber im Club, im Auto oder auf Streaming-Plattformen an Wirkung. Woran das liegt und wie man es besser macht, darüber haben wir im Podcast mit Roy Recklies gesprochen – u. a. bekannt für seine Arbeit mit Robin Schulz.
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Hier sind die 5 wichtigsten Learnings aus dem Gespräch – kompakt für dich zusammengefasst:
1. Low-End entscheidet über alles
Viele Dance-Tracks scheitern nicht im Mix, sondern im Bassbereich. Zu viel Energie unterhalb von etwa 100 Hz klingt im Studio oft beeindruckend, frisst aber Headroom und sorgt im Mastering für Probleme. Gerade im Club summieren sich diese Frequenzen schnell und machen den Track unruhig oder verzerrt. Weniger und gezielteres Low-End sorgt langfristig für mehr Druck.
2. Lautheit ist immer ein Kompromiss
Je lauter ein Track wird, desto mehr gehen Transienten verloren. Das bedeutet: weniger Punch, weniger Klarheit. Ein gutes Master entsteht immer im Spannungsfeld zwischen Lautheit, Dynamik und Energie. Entscheidend ist, was der Track wirklich braucht – nicht, wie laut er maximal sein kann.
3. Ein gutes Master beginnt im Mix
Mastering kann viel – aber nicht alles retten. Wenn grundlegende Probleme im Mix liegen, etwa im Bass oder in den Höhen, ist der beste Weg oft: zurück zum Mix. Roy arbeitet deshalb eng mit Feedback-Schleifen und greift bei Bedarf auf Stem-Mastering zurück, um gezielt eingreifen zu können.
4. Referenzen und Erfahrung schlagen Technik
Früher: Gegencheck im Auto, auf kleinen Speakern oder im Club. Heute: vor allem Erfahrung. Wer seine Abhörsituation kennt, weiß, wie sich Entscheidungen auf anderen Systemen auswirken. Referenztracks helfen zusätzlich, die eigene Wahrnehmung einzuordnen und konsistente Ergebnisse zu erzielen.
5. Leise hören führt zu besseren Entscheidungen
Wer dauerhaft laut arbeitet, ermüdet schneller – und verliert das Gefühl für Balance. Roy setzt bewusst auf moderates Abhören, um Ungleichgewichte im Mix schneller zu erkennen. Ein einfacher Test: Wenn du plötzlich lauter drehen willst, stimmt meist etwas im Track nicht.
Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst:
Im Webinar zeigt Roy Schritt für Schritt seinen kompletten Workflow – von Gain Staging über Plugin-Ketten bis hin zu Club- und Vinyl-Optimierung.

Mastering von Dance Tracks – Webinar mit Roy Recklies (Robin Schulz) 