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Wie wird man heute professioneller Musikproduzent? Reichen YouTube-Tutorials und Online-Kurse – oder braucht es doch eine fundierte Ausbildung?
In dieser Episode des Studiosofa Podcasts ist Serdar Aygün, Fachbereichsleiter für Music Business, Electronic und Hip Hop Production an der SAE München, zu Gast. Seine Karriere begann Anfang der 90er als Hip-Hop- und R&B-DJ, führte über eigene Tonstudios, internationale Produktionen und die US-Musikszene bis hin zur Ausbildung der nächsten Generation von Produzentinnen und Produzenten.
Wir sprechen über seinen außergewöhnlichen Werdegang, die Entwicklung der Musikproduktion in den vergangenen drei Jahrzehnten und darüber, welche Fähigkeiten heute wirklich entscheidend sind, um in der Branche Fuß zu fassen.
Außerdem werfen wir einen Blick auf die neuen Ausbildungsangebote der SAE, die Serdar gemeinsam mit Timo Krämer entwickelt hat. Dabei geht es unter anderem um Music Production, Electronic Music Production, Hip-Hop & R&B Production sowie Sound Selling – und darum, für wen diese Programme gedacht sind und welche Inhalte vermittelt werden.
Sound&Recording-Magazin | Studiosofa Podcast
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Musikproduktion lernen: Was eine gute Ausbildung heute ausmacht
YouTube-Tutorials, Online-Kurse und KI-Tools – kann man Musikproduktion heute komplett im Selbststudium lernen? Diese Frage beschäftigt viele angehende Produzentinnen und Produzenten. Im Studiosofa-Podcast haben wir darüber mit Serdar Aygün, Campus Manager der SAE München sowie Fachbereichsleiter für Music Business, Electronic Music Production und Hip-Hop Production gesprochen. Dabei wurde schnell klar: Technik allein macht noch keinen Produzenten.
Vom Hip-Hop-DJ zum Musikproduzenten
Serdar Aygüns Karriere begann Anfang der 90er-Jahre als Hip-Hop-DJ in München. Mit 16 kaufte er sich seinen ersten Technics-Plattenspieler, legte zunächst in einem Club für amerikanische GIs auf und entwickelte sich schnell zu einem der wenigen Hip-Hop-DJs der Region. Es folgten Radiosendungen, internationale Kontakte und Reisen nach New York und Los Angeles, um neue Musik und Inspiration zu sammeln.
Über Stationen als Studioinhaber, Produzent und DJ führte ihn sein Weg schließlich an die SAE. Rückblickend beschreibt er diesen Schritt als entscheidenden Wendepunkt seiner Karriere.
Warum Praxis wichtiger ist als Theorie
Obwohl Aygün bereits eigene Produktionen veröffentlicht und ein Tonstudio betrieben hatte, fehlte ihm nach eigener Aussage das fundierte technische Wissen.
Gerade die Arbeit mit analogen Mischpulten, Bandmaschinen und verschiedenen Mikrofontypen habe seinen Blick auf Recording und Produktion grundlegend verändert. Besonders wertvoll sei dabei gewesen, das Gelernte unmittelbar in der Praxis umzusetzen – von der Mikrofonierung über das Routing bis hin zur Arbeit mit Musikerinnen und Musikern im Studio.
„Wenn die Theorie nur Theorie bleibt, wird es wenig. Erst in der Praxis entsteht echtes Verständnis.“
Musikproduktion lernt man nicht nur am Laptop
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Frage, ob YouTube und Online-Tutorials heute eine klassische Ausbildung ersetzen können.
Für Aygün lautet die Antwort klar: Nein.
Zwar seien Online-Inhalte eine wertvolle Ergänzung, entscheidend seien jedoch Feedback, praktische Studioerfahrung und der Austausch mit erfahrenen Produzenten. Gerade das Arbeiten mit echter Studiotechnik und das Lösen konkreter Aufgaben im Team lasse sich nur schwer durch Videos ersetzen.
Neue Wege in der Ausbildung
Parallel zum klassischen Audio Engineering Diploma erweitert die SAE ihr Angebot um neue, stärker spezialisierte Programme.
Music Production
Der neue Studiengang richtet sich an alle, die Musik nicht nur aufnehmen, sondern von der ersten Idee bis zum fertigen Release entwickeln möchten.
Zu den Inhalten gehören unter anderem:
- Songwriting
- Musiktheorie
- Desktop Music Production
- Synthesizer und Sampling
- Mixing
- Vocal Recording
- Music for Media
- Selbstvermarktung
- Release-Strategien
- Musikrecht und Urheberrecht
Im Gegensatz zum Audio Engineering steht hier weniger die klassische Tontechnik als vielmehr der komplette kreative Produktionsprozess im Mittelpunkt.
Audio Engineering oder Music Production?
Im Podcast wurde der Unterschied der beiden Ausbildungen deutlich herausgearbeitet.
Das Audio Engineering Diploma konzentriert sich auf die technische Seite der Musikproduktion – Recording, Mikrofonierung, Akustik, Signalfluss, Mixing und Mastering.
Der neue Bereich Music Production richtet sich dagegen an Produzentinnen und Produzenten, die Songs schreiben, Beats entwickeln, Instrumente programmieren und ihre Musik veröffentlichen möchten. Marketing, Branding und Release-Strategien gehören deshalb ebenfalls zum Lehrplan.
Spezialisierte Weiterbildung für Produzenten
Neben den Diploma-Programmen bietet die SAE inzwischen auch kompakte Weiterbildungskurse an.
Dazu gehören unter anderem:
- Hip-Hop & R&B Producer
- Electronic Music Production
- Sound Selling
Während sich die beiden Producer-Kurse auf Workflow, Beat-Produktion und genretypische Produktionsweisen konzentrieren, richtet sich Sound Selling an Musikerinnen und Musiker, die lernen möchten, ihre Musik erfolgreich zu veröffentlichen und zu vermarkten. Themen wie Zielgruppenanalyse, DIY-Marketing und Release-Strategien stehen hier im Mittelpunkt.
KI verändert die Ausbildung – ersetzt sie aber nicht
Auch künstliche Intelligenz spielt inzwischen eine Rolle in der Ausbildung.
Die SAE integriert KI-Tools nach und nach in ihre Lehrpläne – sowohl im Bereich Musikproduktion als auch im Audio Engineering und Music Business. Für Aygün bleibt jedoch klar: KI soll kreative Prozesse beschleunigen und unterstützen, nicht ersetzen. Entscheidungen, Klangästhetik und musikalisches Gespür bleiben weiterhin Aufgabe des Menschen.
Drei Tipps für angehende Produzenten
Zum Abschluss gab Serdar Aygün drei Ratschläge für alle, die heute mit Musikproduktion beginnen möchten:
- Über den Tellerrand schauen und sich nicht auf eine Arbeitsweise versteifen.
- Kontinuierlich dazulernen und jeden Tag kleine Fortschritte machen.
- Eigene Musik veröffentlichen und Feedback einholen – denn genau daran wächst man als Produzent.
Die komplette Podcast-Episode
In der vollständigen Studiosofa-Episode sprechen wir außerdem über Serdar Aygüns außergewöhnlichen Werdegang vom Hip-Hop-DJ über internationale Produktionen bis zum Campus Manager der SAE München sowie über die Entwicklung der Musikproduktion in den vergangenen drei Jahrzehnten. Außerdem stellt er die neuen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten der SAE im Detail vor.

